Frühkindliche Bildung braucht Struktur – warum Hattersheim von Skandinavien lernen sollte

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Die FDP Hattersheim spricht sich für einen klaren Kurswechsel in der frühkindlichen Bildung aus. Aus unserer Sicht ist dabei weniger die Frage des Trägers entscheidend, sondern das pädagogische Leitbild, das insbesondere in den städtischen Einrichtungen verbindlich gelebt wird: die Kombination aus offener Arbeit und Situationsansatz.

Dieses Leitbild setzt stark auf Selbststeuerung der Kinder und eine eher zurückhaltende Begleitung durch Fachkräfte. Das hat pädagogisch seine Berechtigung – greift aus unserer Sicht jedoch zu kurz, wenn es um gezielte sprachliche Förderung und eine verlässliche Vorbereitung auf die Schule geht.

Es darf nicht mehr vorkommen, dass Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse oder ohne feinmotorische Fähigkeiten, um etwa einen Stift oder eine Schere sicher zu halten, eingeschult werden.

Blick nach Skandinavien: Struktur und Förderung gehören zusammen

In Ländern wie Schweden, Dänemark oder Finnland wird die Kita als klar strukturierter Lernort frühkindlicher Bildung verstanden. Betreuung und Bildung bilden dort eine Einheit. Gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten nach verbindlichen Bildungsleitlinien, die gezielt die sprachliche, soziale und kognitive Entwicklung fördern. Freies Spiel ist dabei selbstverständlich Teil des Alltags – aber kein Ersatz für systematische Förderung.

Kinder brauchen Freiheit. Aber sie brauchen ebenso Anleitung, Ansprache und klare Strukturen.

Frühe Förderung vermeidet spätere Probleme

Je früher gezielte Förderung ansetzt, desto weniger muss später repariert werden. Wer früh in Sprache und Entwicklung investiert, vermeidet später aufwendige Nachförderung in Schule und Jugendhilfe. Frühe Bildung ist die wirksamste Prävention – für die Kinder und für die Gesellschaft.

Die falsche Debatte

In der aktuellen Diskussion wird viel über Verpflegung, Caterer oder Küchenlösungen gesprochen. Für uns ist das nicht die zentrale bildungspolitische Frage. Entscheidend ist die Qualität der Bildung. Wer sich vor allem an der Küche abarbeitet, verliert leicht das Wesentliche aus dem Blick.

Es geht nicht um den Träger, sondern um das Konzept

In Hattersheim zeigt sich zudem, dass Einrichtungen in konfessioneller Trägerschaft nicht automatisch dem klassischen Bild einer vollständig offenen Arbeit entsprechen. Das unterstreicht unseren Punkt: Entscheidend ist nicht der Träger, sondern wie verbindlich Sprachförderung, Struktur und Schulvorbereitung im Alltag organisiert werden.

Unsere Forderungen für Hattersheim

Wir fordern deshalb, dass Hattersheim sein pädagogisches Leitbild überprüft und weiterentwickelt:

Unser Maßstab ist einfach:
Jedes Kind in Hattersheim verdient echte Bildung von Anfang an – weil Strukturlosigkeit Zukunft kostet.