Verantwortung übernehmen – den pragmatischen Weg fortsetzen
Die Kommunalwahl ist vorbei. Die Stimmen sind ausgezählt, die Mandate vergeben.
Jetzt zählt nur noch eines: liefern.
In Gesprächen über öffentliche Projekte hört man immer wieder einen Satz, der mich ehrlich gesagt irritiert: „Wir sind ja nur der Besteller.“
Diesen Satz habe ich zum Glück in Hattersheim so noch nicht gehört – und ich bin sicher, das bleibt auch so.
Genau diese Haltung ist ein Problem. Denn sie verschiebt Verantwortung – und am Ende bleibt sie liegen. Projekte werden beschlossen, aber nicht konsequent gesteuert. Zuständigkeiten sind formal geklärt, aber in der Umsetzung fühlt sich niemand wirklich verantwortlich.
Dabei ist die Realität eine andere: Wer ein Projekt beauftragt, trägt auch Verantwortung für dessen Gelingen. Nicht nur auf dem Papier, sondern ganz konkret in der Steuerung, in den Prioritäten und in der Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen und durchzuhalten.
Dass es anders geht, zeigen erfolgreiche Projekte: klare Zuständigkeiten, früh getroffene Entscheidungen und die Disziplin, einen eingeschlagenen Weg nicht bei jeder Gelegenheit wieder infrage zu stellen. Genau das unterscheidet funktionierende Projekte von denen, die aus dem Ruder laufen.
Gleichzeitig zeigt die kommunale Praxis auch, dass ein pragmatischer Ansatz, der Entscheidungen ermöglicht und Verantwortung übernimmt, oft deutlich weiter führt als ein rein beobachtendes Verwalten.
Die Herausforderung ist dabei keine lokale, sondern eine strukturelle. Es geht nicht um einzelne Personen, sondern um ein grundlegendes Verständnis von Verantwortung in der öffentlichen Hand.
Gerade vor diesem Hintergrund stehen wir auch in den anstehenden Koalitionsgesprächen für einen pragmatischen Weg, der sich in den vergangenen Jahren unter dem Strich bewährt hat.
Die Gespräche mit der CDU laufen konstruktiv, und wir sind auf einem guten Weg, gemeinsam tragfähige Lösungen für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Mein Appell an alle neu gewählten Mandatsträger ist daher klar: Politik ist mehr als das Setzen von Beschlüssen. Politik bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für den Weg und für das Ergebnis.
Meine klare Erwartung ist, dass Ämter und Funktionen mit dem Anspruch übernommen werden, diese Verantwortung auch tatsächlich zu tragen.
Weniger Ausreden, mehr Umsetzung. Weniger Zuständigkeitsdebatten, mehr Verantwortung.
Die Bürger haben gewählt. Jetzt erwarten sie zu Recht, dass wir handeln.
